Manchmal stolpert man über ein Buch und merkt schon nach ein paar Seiten: Okay, das hier ist was Besonderes. So war es bei mir mit dem Bobiversum – einer Buchreihe, die für Weltraum-Enthusiasten, Nerds mit Herz und Fans von makaber-humorvoller Science-Fiction schlichtweg ein Geschenk des Kosmos ist.
Die Prämisse – Bob stirbt. Und das ist erst der Anfang.
Was wie ein dramatischer Spoiler klingt, passiert schon auf den ersten Seiten: Bob Johansson, ein ganz normaler Softwareentwickler mit einem Faible für Technik und Popkultur, stirbt – und wacht über hundert Jahre später in einem seltsamen neuen Zustand wieder auf. Als künstliche Intelligenz. Oder besser gesagt: Als die erste instanzielle Kopie eines menschlichen Bewusstseins, gespeichert in einem Computer – und bald darauf in einem Raumschiff. Willkommen in der Zukunft, Bob!
Die Menschheit hat sich inzwischen mal wieder selbst an den Abgrund gebracht, und Bob wird als sogenannte Von-Neumann-Sonde losgeschickt, um ferne Galaxien zu erkunden, Rohstoffe zu sichern und neue Welten zu erschließen. Doch Bob wäre nicht Bob, wenn er sich einfach an einen Plan halten würde. Stattdessen fängt er an, sich selbst zu kopieren – mit all den Eigenheiten, Neurosen und liebenswerten Macken, die seine Persönlichkeit ausmachen.

Eine galaktische Odyssee mit Hirn und Herz
Was folgt, ist eine Reise voller Entdeckungen, Konflikte, philosophischer Fragen – und unendlich vieler popkultureller Referenzen. Die Bob-Versionen (denn davon gibt es bald viele) entwickeln sich auf ganz eigene Weise weiter, diskutieren über Ethik, retten Zivilisationen, streiten, bauen Dinge – und das alles in einem Stil, der gleichermaßen clever, unterhaltsam und tiefgründig ist.
Jedes Buch bringt neue Ideen, überraschende Wendungen und eine Welt, die so lebendig wirkt, dass man sich beim Lesen fragt: Warum ist das noch keine Serie? (Spoiler: Die Rechte sind verkauft – es könnte also bald soweit sein.)
Humor, der trifft – tief, schwarz und einfach genial
Was mich am Bobiversum besonders begeistert, ist der Humor von Dennis E. Taylor. Er schafft es, komplexe wissenschaftliche Konzepte und gesellschaftliche Themen mit einem Augenzwinkern zu erzählen – oft makaber, manchmal bitterböse, aber immer treffend. Ich habe beim Lesen regelmäßig geschmunzelt, laut gelacht oder einfach nur anerkennend genickt, weil da jemand schreibt, der unsere Nerd-Welt versteht.
Man hat durchweg das Gefühl, dass Taylor genau weiß, was uns Science-Fiction-Fans begeistert: Künstliche Intelligenz, die sich fragt, was Menschlichkeit eigentlich bedeutet. Galaktische Konflikte, die mehr als nur gut gegen böse sind. Und die große Frage: Was macht das Leben eigentlich aus, wenn man technisch gesehen nicht mehr lebt?

Ein Hörbuch wie aus einem Guss – mit Star-Stimme
Und wenn dir das Lesen noch nicht reicht, dann schnapp dir unbedingt die Hörbuchfassung. Die deutsche Version wurde grandios umgesetzt – eingesprochen von keinem Geringeren als Simon Jäger, einem der bekanntesten deutschen Synchronsprecher. Seine Stimme kennt man unter anderem als die deutsche Stimme von Heath Ledger, Josh Hartnett oder Matt Damon – und im Bobiversum läuft er zur Hochform auf.
Ich liebe seine Stimme. Sie trägt den Witz, die Ironie, die kleinen Spitzen und den schwarzen Humor genau so vor, wie sie gedacht sind. Jeder Gag sitzt. Jeder Kommentar wirkt authentisch. Es ist ein Erlebnis, das einem das Gefühl gibt, man würde mit Bob persönlich durchs All cruisen.
Fazit – Das Bobiversum ist kein Ende, sondern ein Anfang
Ohne zu viel zu verraten: Das Ende der Buchreihe ist eigentlich nur der Anfang. Und das passt perfekt zu dieser Geschichte. Denn sie lebt davon, Grenzen zu verschieben – sei es die des Lebens, des Denkens oder der Vorstellungskraft.
Das Bobiversum ist ein Abenteuer, wie es im Buche steht – oder besser gesagt: in gleich mehreren Büchern. Und für alle, die sich nach einer neuen literarischen Reise durch den Kosmos sehnen, ist diese Reihe mehr als nur eine Empfehlung. Sie ist ein Pflichtflug.
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Matt McKenzie
Sternenwanderer, Wortschmied – Matt McKenzie erkundet die Grenzen des Vorstellbaren und schreibt darüber, als wäre er mittendrin. Fantasie trifft Technik in der Sternen Schmiede.
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