Es gibt wohl kaum etwas Ärgerlicheres für Serienfans als eine geliebte Show, die plötzlich und ohne richtiges Ende abgesetzt wird. Für mich trifft das besonders auf zwei Serien zu, deren Absetzung ich bis heute nicht überwunden habe: Stargate Atlantis und Stargate Universe. Zwei Serien aus demselben Franchise, aber doch so unterschiedlich in ihrem Charme und ihrem Potenzial.
Stargate Atlantis zog mich mit seiner Mischung aus Abenteuer, Action und Witz sofort in seinen Bann. Die Charaktere waren liebevoll gezeichnet, und die Geschichten spannend erzählt. Besonders faszinierend fand ich die geheimnisvolle Stadt Atlantis, die Kulisse für zahllose spannende Abenteuer bot. Schauspieler Joe Flanigan, der John Sheppard verkörperte, sagte einmal: „Wir hatten noch so viele Geschichten zu erzählen – das Ende kam einfach viel zu plötzlich.“

Doch dann kam die bittere Nachricht: Trotz solider Quoten und treuer Fangemeinschaft wurde Atlantis nach fünf Staffeln eingestellt. Grund dafür waren nicht zuletzt finanzielle Probleme bei MGM, dem Produktionsstudio, die durch die Aufwertung des kanadischen Dollars und steigende Produktionskosten verschärft wurden. Wie der Produzent Joseph Mallozzi erklärte, war „die finanzielle Lage bei MGM ausschlaggebend für die schwierige Entscheidung, Atlantis einzustellen.“ Außerdem wollten die Macher ihre Ressourcen lieber auf die neue Serie Stargate Universe konzentrieren.

Doch auch Stargate Universe sollte dieses Schicksal ereilen – und das in noch schmerzhafterer Form. Universe war düsterer, ernster und deutlich charakterfokussierter als Atlantis. Gerade diese andere Tonalität fand ich unglaublich spannend und vielversprechend. Die Serie zeigte, dass Stargate sich weiterentwickeln konnte und auch komplexe, menschliche Dramen gekonnt erzählte. Schauspieler Robert Carlyle, bekannt als Dr. Nicholas Rush, äußerte in einem Interview: „Wir wollten mit Universe etwas Besonderes schaffen, etwas, das tiefer geht als bisherige Stargate-Serien. Doch wir bekamen nicht die Zeit, die wir gebraucht hätten.“
Sinkende Einschaltquoten, die durch ungünstige Sendezeiten zusätzlich verschlechtert wurden, machten der Serie schwer zu schaffen. Die Entscheidung des Senders Syfy, Universe mehrfach auf andere Sendeplätze zu verschieben, wirkte sich äußerst negativ auf die Zuschauerzahlen aus. Hinzu kamen erneut finanzielle Schwierigkeiten bei MGM, die bereits bei Atlantis zum Problem wurden.

Besonders hart traf mich der Cliffhanger, mit dem Stargate Universe endete. Bis heute kann ich den Showrunnern nicht verzeihen, dass sie die Fans auf diese Weise zurückgelassen haben. Das offene Ende, das so viel Potenzial für weitere Entwicklungen geboten hätte, bleibt für mich eines der größten Versäumnisse der Seriengeschichte. Joseph Mallozzi bedauerte später öffentlich, dass „wir niemals die Chance hatten, diesen Cliffhanger aufzulösen, was auch für uns als Kreative frustrierend bleibt.“
Es schmerzt noch immer, dass beiden Serien keine Chance gegeben wurde, ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Sowohl Atlantis als auch Universe hätten noch viele großartige Geschichten erzählen können, wenn man ihnen nur die Möglichkeit gegeben hätte. So bleiben sie zwar fantastische, aber unvollendete Kapitel in meiner persönlichen Seriengeschichte, die ich trotz aller Enttäuschung immer wieder gerne besuche.

Wenn dir der Artikel gefallen hat und du Lust auf mehr Empfehlungen, Gedanken und Geschichten aus der Welt der Serien, Games und Bücher hast, klick dich doch einfach noch ein bisschen durch die Sternen Schmiede. Hier gibt’s regelmäßig frischen Stoff für alle, die gerne in fremde Welten abtauchen.

Matt McKenzie
Sternenwanderer, Wortschmied – Matt McKenzie erkundet die Grenzen des Vorstellbaren und schreibt darüber, als wäre er mittendrin. Fantasie trifft Technik in der Sternen Schmiede.
follow me :
Leave a Comment