Science-Fiction galt lange als Männerdomäne – sowohl bei den Autoren als auch bei den Helden der Geschichten. Doch mit der Zeit haben Frauen das Genre auf ihre ganz eigene Weise geprägt und ihm neue, spannende Facetten hinzugefügt.
Schon 1818 setzte Mary Shelley mit Frankenstein ein starkes Zeichen. Viele sehen sie als Urmutter der Science-Fiction, denn sie brachte nicht nur eine faszinierende Geschichte auf Papier, sondern stellte darin auch tiefgreifende ethische Fragen, die das Genre bis heute begleiten.

In den 60er- und 70er-Jahren revolutionierten Autorinnen wie Ursula K. Le Guin, Joanna Russ und Octavia E. Butler die Science-Fiction-Literatur. Ursula K. Le Guin erforschte in Die linke Hand der Dunkelheit radikal die Themen Geschlechterrollen und Sexualität. Joanna Russ nahm sich in Der weibliche Mann explizit feministischer Themen an und sprengte damit alte Grenzen. Und Octavia Butler? Sie schrieb nicht nur packende Geschichten, sondern thematisierte dabei auch Rassismus und soziale Ungleichheiten, lange bevor diese Themen im Mainstream angekommen waren.

Auch auf der Kinoleinwand änderten Frauen das Spiel. In den 80ern traten Ellen Ripley (Alien, gespielt von Sigourney Weaver) und Sarah Connor (Terminator, gespielt von Linda Hamilton) ins Rampenlicht – stark, klug und kampferprobt. Sie waren nicht mehr nur die "Damsels in Distress", sondern nahmen ihr Schicksal selbst in die Hand und wurden zu echten Sci-Fi-Ikonen.
Heute sind starke weibliche Charaktere im Genre keine Ausnahme mehr. Katniss Everdeen (Die Tribute von Panem) oder Commander Michael Burnham (Star Trek: Discovery) inspirieren eine neue Generation von Fans und zeigen, dass Heldinnen genauso komplex, mutig und spannend sein können wie ihre männlichen Gegenstücke.

Besonders beeindruckend finde ich es, wenn ein Charakter es schafft, mich emotional so richtig mitzureißen. Beth Revis hat das mit ihrer Godspeed-Reihe geschafft – eine Geschichte voller Intrigen, Geheimnisse und einer starken weiblichen Hauptfigur, die mich voll und ganz in ihren Bann gezogen hat.
Auch die Autorinnen schreiben weiter Geschichte. Namen wie N.K. Jemisin, Ann Leckie oder Becky Chambers stehen für frische Ideen, ungewöhnliche Blickwinkel und jede Menge Fantasie. N.K. Jemisin hat als erste Person überhaupt dreimal hintereinander den Hugo Award gewonnen – ein Meilenstein für das Genre und ein Beweis dafür, wie sehr Science-Fiction von weiblichen Stimmen profitiert.
Frauen haben die Science-Fiction nicht nur bereichert, sie haben sie mitgeformt. Sie haben neue Geschichten erzählt, neue Perspektiven eingebracht und gezeigt, dass das Genre so viel mehr ist als nur Raumschlachten und Technikspielereien. Ihre Einflüsse sind überall spürbar – und es ist spannend zu sehen, wohin sie die Science-Fiction in Zukunft noch führen werden.

Matt McKenzie
Sternenwanderer, Wortschmied – Matt McKenzie erkundet die Grenzen des Vorstellbaren und schreibt darüber, als wäre er mittendrin. Fantasie trifft Technik in der Sternen Schmiede.
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